Was ist Taekwondo?

Taekwondo ist eine Kampfkunst aus Korea. Das Wort Taekwondo setzt sich aus den Wörtern - Tae = Fuß, mit dem Fuß treten, Kwon = Faust, mit der Faust schlagen, Do = Weg, geistige Einstellung - zusammen. Taekwondo ist eine waffenlos ausgeübte Kampfkunst, bei der Hände und Füße zu Abwehr- und Angriffstechniken eingesetzt werden.

Alle Bewegungen im Taekwondo gehen vom Grundsatz der Verteidigung aus. Es gibt kaum einen Teil des menschlichen Körpers, der nicht als Abwehrwaffe gebraucht werden kann: Hände, Finger, Fäuste, Köchel, Ellbogen, Knie, Füße, Kopf, usw.

Im Unterschied zum japanischen Karate werden im Taekwondo Fußtechniken bevorzugt. Außerdem weist Taekwondo insgesamt eine Vielfalt an Techniken aus, die von keiner anderen, artverwandten Disziplin erreicht wird.

Für die meisten steht anfangs die Selbstverteidigung im Vordergrund, Taekwondo zu lernen. Alleine das regelmäßige Training verbessert das Allgemeinbefinden, verschafft ein gesundes seelisch-körperliches Gleichgewicht und lehrt, die Dinge mit dem nötigen Abstand zu betrachten.

Mit der Einheit aus körperlicher Kraft und diszipliniertem Denken ist es möglich, die notwendige Selbstsicherheit zu entwickeln und die erforderliche Gelassenheit zur Selbstverteidigung zu erlangen.

Gerade für Frauen bauen sich damit in der Regel die Ängste, Opfer einer Gewalttat zu werden, ab. So steht nach gewisser Zeit der Spass und die Freude am Taekwondo-Sport an erster Stelle.

Zum Erlernen von Taekwondo gehört ein großes Maß an Beharrlichkeit. Enttäuscht wird, wer nur schnell ein paar Tricks für den Schulhof oder die Straße erlernen will. Wichtig sind Geistes-Tugenden wie Partnerschaft, Fairness und Respekt gegenüber den Partnern und den Trainern. Das Training stellt den einzelnen immer wieder vor neue Aufgaben: die Gürtelprüfung, den Bruchtest oder wer möchte - den leistungssportlichen Wettkampf.

Vor allem für junge Menschen bietet sich Taekwondo zur Festigung des Charakters an. Nur wer gegenüber anderen fair ist, sein sich selbst vorgegebenes Ziel stetig verfolgt und den Problemen und Aufgaben mit dem entsprechenden Selbstbewusstsein entgegentritt, wird privat und beruflich seinen Weg machen

Taekwondo ist eine Einheit, die sich aus der Beherrschung des künstlichen Bewegungsablaufes (Poomse), des Kampfes (Jayu-kyorugi) und des Brechens (Kyokpa) zusammensetzt.

Eine Poomse setzt sich aus verschiedenen Fußstellungen, kombiniert mit Hand- Abwehrtechniken und Fuß- und Faustschlägen zusammen. Die Techniken gehen ineinander über und ergänzen sich. Der gesamte Ablauf stellt einen Kampf gegen einen oder mehrere Gegner dar.

Es gibt zwei Arten von Wettkämpfen: den freien Kampf, bei dem alle Techniken des Angriffs und der Verteidigung in beliebiger Kombination angewendet werden sowie den Wettkampf nach vorgeschriebenem Schema, bei dem Abwehr- und Angriffstechniken aufeinander abgestimmt sind und das Beherrschen der Techniken gelernt wird.

Beim Brechen von Hölzern oder beim Zerschlagen von Ziegeln, Steinen oder anderem beweist sich die Fähigkeit, vorhandene Energie durch die Koordination der geistigen und körperlichen Kraft auf einen Punkt zu konzentrieren.

Die bei uns praktizierte Selbstverteidigung hat allen Bezug zur Realität. Im Ernstfall ist es oft nicht möglich, mit engen Kleidern hohe oder technisch anspruchsvolle Fußtechniken auszuführen oder auf engem Raum großartige Ausweichtechniken anzuwenden. Wir lehren deshalb realistische Techniken aus dem Taekwondo oder dem Hapkido, die es ermöglichen, sich gegen einen skrupellosen oder körperlich weit überlegenen Gegner erfolgreich zur Wehr zu setzen.